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Interoretation-Parabel:Die Bäume(Kafka)
 
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Gast






BeitragVerfasst am: 22. Feb 2006 17:24    Titel: Interoretation-Parabel:Die Bäume(Kafka) Antworten mit Zitat

Die Bäume
"Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit einem kleinen Anstoß sollte man sie wegschieben könne. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar"

Worum soll es da gehen? Ich weiß nicht, wie ich die Bilder auf den Menschen beziehen soll...kann mir jmd helfen? Vielleicht hat ja schonmal jemand diese parabel interpretieren müssen..oder kennt/versteht sie..
hilfe....

danke
Harvey Nicks
Gast





BeitragVerfasst am: 27. Feb 2006 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit einem kleinen Anstoß sollte man sie wegschieben könne. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar. Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit einem kleinen Anstoß sollte man sie wegschieben könne. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar. Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit einem kleinen Anstoß sollte man sie wegschieben könne. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar...
-----------
In seiner Zirkularität ist dieser kurze Text wirklich eine Pein für jeden zur Interpretation verdammten Schüler. Ich kann Dir nur raten, Deine Schwierigkeiten bei der Analyse zu thematisieren.
Was Die Bäume ausmacht, ist eben das Sich-Entziehen einer vereindeutigenden Interpretation, denn kaum glaubt man den Text bei der 'Wurzel' zu packen und dingfest zu machen, entgleitet er einem, denn "sogar das ist nur scheinbar" und man kann von vorn beginnen.
Ich hoffe, Dich mit meinem vielleicht etwas nebulösen Kommentar nicht weiter verwirrt, sondern angeregt zu haben.
Nathans Übersetzungshilfe
Gast





BeitragVerfasst am: 01. März 2006 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Franz Kafka: Die Bäume

Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar.
(Aus: Betrachtung. 1913)

*

Es gibt rätselhafte Bildelemente, die zu vollendeten Parabeln zu verknüpfen, Kafka nicht gelungen sei?
Absurd....? Der Titel stimme schon nicht? Dass "wir" „Baumstämme“ seien, ist logischer, auch poeto-logischer und anthropologischer Un-Sinn; "wir" (Menschen) haben keinen Stamm, keine Äste, keine Blätter, keinen Vorgang, der unser Leben per Chlorophyll speist. Wir sterben nicht im Herbst ab, um im Winter zu vereisen, zu erstarren, aufgestapelt zu liegen, wenn die Holzfäller zugeschlagen haben.
Wir haben Körper, Psyche – und wir haben Sprache, wir können sagen: Wir sind nicht Baumstämme.

Ich glaube, dass F.K. es wollte, dass wir mit seinem nicht literarisch-affirmativen Sprachmaterial, mit seiner hölzernen und kalten Bauteilen so radikal kritisch umgehen.
Wir sind nicht Kafka-Schüler in seiner Sohnes-Rolle, in der er als im Schnee liegengebliebener Baumstamm sich weder mit dem nährenden Boden verbunden noch wie ein Stück Brennholz oder für den Bildhauer nutzbares Baumholz „wegschiebbar“ empfand.
Auch wenn Buch- und Schullehrer für ihre beamteten Parabelgefängnisse andere Urteile oder Weisheiten produziert sehen wollen.
Mhm – meinte denn der assimilierte Jude, der die Bibel am liebsten in der Lutherschen Übersetzung las – den „Baum des Lebens“? Nachzulesen (1 Mose 2,9), wo neben dem Baum der Erkenntnis auch vom Baum des Lebens gesprochen wird.
Aber Luthers Bibel mag ja überall nachzuschlagen sein… - da nehme ich diese:
„Das ewige Wesen, Gott, ließ aus dem Erdreiche hervorwachsen allerlei Bäume, lieblich zum Ansehen und gut zum Essen. Der Baum des Lebens war mitten im Garten, und der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.“
*
(In der Übersetzung von Moses Mendelssohn: Die Tora. Berlin 2002. S. 36)
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